Wir haben es gerockt: „Close The Gap“ ist offiziell gestartet.
Oder: Wie man aus Gönnerlaune eine Rechtsgrundlage macht.
Es gibt Tage, an denen man als Finanzberater das Gefühl hat, die Welt bestehe ausschließlich aus Zinskurven, Tilgungsplänen und Gemeinderatsbeschlüssen. Und dann gibt es Tage wie diesen.
Unser Forschungsprojekt „Close The Gap“ wurde von der Republik Österreich über die Österreichische Forschungsförderungsgesellschaft nicht nur gefördert, sondern mit den höchsten Bewertungen ausgezeichnet. Ich gebe zu: Ich habe die Nachricht zweimal gelesen. Beim dritten Mal laut. Beim vierten Mal hat mich jemand gebeten, damit aufzuhören.
Worum geht es?
Um ein Thema, das so alt ist wie die Gemeinde selbst und trotzdem erstaunlich wenig geregelt: philanthropische Finanzierungen, auf gut Österreichisch Gönnerfinanzierungen.
Jeder Bürgermeister kennt das: ein wichtiges Projekt, etwa in der kommunalen Mobilität, und eine Finanzierungslücke. Dann gibt es Menschen, Stiftungen oder Unternehmen, die sagen: „Wir würden ja helfen.“ Und das große Rätselraten beginnt. Darf die Gemeinde das annehmen? Wie wird das verbucht? Was sagt die Aufsicht? Und was sagt die Tante vom Vizebürgermeister?
Genau hier setzen wir an. Unser Ziel sind klare Regeln, damit solche Finanzierungen künftig einfacher, rechtssicher und transparent umgesetzt werden können. Gute Absichten sollen nicht länger an Unklarheiten scheitern.
Wer ist dabei?
Unter der Leitung von netwiss arbeiten unter anderem die Universität Graz, die Stadt Klagenfurt, die Stadt Eisenstadt und die Stadt St. Pölten sowie weitere namhafte Berater wie INFINA, Unternehmen und Institutionen. FRC – Finance & Risk Consult bringt die Erfahrung aus der Begleitung von rund 300 Gemeinden ein.
Unterstützt wird das Projekt unter anderem vom Verband für gemeinnütziges Stiften und vom Österreichischen Städtebund. Wissenschaft, Praxis, Städte und Stiftungswesen an einem Tisch, mit Kaffee, Wasserkaraffen und beachtlich vielen Laptops.
Der Start: verheißungsvoll
Das Kick-off war genau das, was man sich wünscht: konzentriert, konstruktiv und mit erstaunlich vielen lachenden Gesichtern für ein Projekt, dessen Arbeitspakete bis 2029 durchgetaktet sind. Am Ende sollen ein Praxisleitfaden, ein Toolkit mit Musterverträgen und Checklisten, Schulungskonzepte und eine Pilotphase mit ausgewählten Kommunen stehen. Also nicht nur Papier, sondern Werkzeug.
Danke
Mein Dank gilt allen Projektpartnerinnen und -partnern, allen Teilhabenden und Unterstützern. Ganz persönlich danke ich allen, die an diese Idee geglaubt haben, bevor sie einen Förderbescheid hatte. Ihr wisst, wer ihr seid. Der besondere Dank geht an den Projekt Lead, netwiss.
Und jetzt?
Jetzt geht es an die Arbeit, ernsthaft, gründlich und mit Freude, zum Wohle der Gemeinden. Denn wenn Menschen bereit sind, für ihre Gemeinde Gutes zu tun, soll das nicht an Formularen scheitern.
Wir werden es rocken. Eigentlich haben wir schon damit angefangen.
Mehr zum Projekt z.B. bei tbw research. Die eigene Projektseite ist gerade im Bau.
Mag. Heinz Hofstaetter, FRC – Finance & Risk Consult GmbH